Die AZ Real Estate GmbH ist Bauherr des eleganten Bürogebäudeneubaus hoch oben auf dem Hasensprung in Öhringen. Norbert Kühlwein, als einer der Gesellschafter der AZ waren Sie der verantwortliche Bauherr. Wie nahm das Projekt seinen Anfang?
Vorweg – die AZ wurde als vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft von den Gesellschaftern der REVISA Öhringen GmbH & Co. KG gegründet. Wir sind eine Steuerberatungsgesellschaft.
Wir sind Steuerberater, Wirtschaftsprüfer. Ich bin einer der acht Partner und habe das Bauprojekt zusammen mit dem Architekten und der Bauunternehmung gemanagt.
Am Anfang war da die Suche nach einem geeigneten Grundstück in Öhringen. Ich lebe selbst in Öhringen und kenne das Stadtgebiet sehr gut. Die Suche war eine Herausforderung. Es gibt fast keine freien Flächen mehr in Öhringen – nur wenige Baulücken. Dieses Areal hier auf dem höchsten Punkt Öhringens mit einer Größe von 65 Ar hat mir sehr gefallen. Genügend Platz für Gebäude und Parkplätze. Wir konnten es für unser Bauvorhaben erwerben.
Die infrastrukturelle Anbindung ist sehr gut. Wir liegen direkt an der Westallee. Wir sind schnell auf der A6 und unser Gebäude wird vom Verkehr auf der Westallee gut wahrgenommen. Eine gute Reklame für die REVISA.
Zudem haben wir hier perspektivische Entwicklungsmöglichkeiten. Wir haben noch freie Restflächen.
Die REVISA Öhringen Gmbh & Co. KG nutzt das neue Bürogebäude . Bitte sagen Sie ein paar Sätze zur Steuerberatungsgesellschaft.
Die REVISA ist 60 Jahre jung. Sie wurde 1963 gegründet und ist eine sehr renommierte inhabergeführte Kanzlei. Im Jahr 2000 bin ich dazugestoßen. Damals waren wir 80 Mitarbeitende – heute sind wir 185.
Wir haben eine Zweistandortstrategie. Unser Hauptstandort mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsprüfung ist in Neckarsulm. Unser Schwerpunkt in Öhringen liegt in der Steuerberatung für kleine und mittlere Firmen mit klassischer Finanzbuchhaltung, Löhnen etc. Öhringen wurde 2010 in der Austraße mitten in der Stadt eröffnet. Die Belegschaft ist von fünf auf jetzt 50 Mitarbeitende gewachsen.
Insgesamt ist unsere Branche sehr im Umbruch. Die Digitalisierung wird für immer mehr Änderungen aber auch Effizienzsteigerungen sorgen. Deshalb haben wir uns von DATEV als „Digitale Kanzlei“ zertifizieren lassen. Wir gehen mit der Zeit. Wer nicht mit der Zeit geht, geht.
Für die richtige Entwicklung in Richtung Zukunft sorgen nicht zuletzt unsere nahezu 40 Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, die die Belange von kleinen, mittleren und größeren Mandanten effizient abdecken.
Was verraten Sie uns über die Person Norbert Kühlwein?
Als Vater von drei Töchtern habe ich mit meinen 52 Jahren ein erfülltes und spannendes Privatleben. Beruflich war ich zunächst angestellter Steuerberater in der REVISA und habe die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer gemacht. Ende 2004 wurde ich Partner. Das ist jetzt fast 20 Jahre her.
Mein Schwerpunkt liegt in der Betreuung von mittleren und größeren Mandantschaften. Ich lege auf eine allumfassende Betreuung großen Wert. Grundsätzlich gibt es bei uns keine Trennung von privaten oder unternehmerischen Steuerbelangen. Wir betrachten und beraten immer allumfassend und nahtlos. So wie es unser Claim zum Ausdruck bringt: Mit dem Blick für das Ganze.
Sprechen wir nun über das Bauvorhaben. Hat Norbert Kühlwein eine Affinität zu Architektur und Bau?
Ja, die habe ich. Vielleicht liegt das an meinem Freund Martin Knorr, der Architekt ist und mit dem ich bei vielen Gartenbieren den Entwurf für das Öhringer Bürogebäude entwickelt habe.
Mir gefällt es, wenn etwas entsteht. Egal, ob jetzt eine Firma entsteht oder wächst oder eben ein Gebäude. Es war schön, das Bauprojekt von der Entstehung bis zur Fertigstellung zu begleiten. Ich war ja ständig vor Ort. Das macht mir Spaß. Bauen ist spannend und gefällt mir gut.
Architektonisch sollte es natürlich gut aussehen, keine Frage. Aber der Baukörper sollte auch effizient sein – ohne Schnickschnack. Die Flächen sollten so geplant sein, dass mit höchster Flexibilität die Einheiten separiert, erweitert oder neu geordnet werden können.
Von außen gefällt mir besonders der schwebende Effekt, der durch den unteren dunklen und zurückgesetzten Korpus erzielt wird sowie die vier Balkone. Auch die Außenanlagen und der großzügige Platz macht Laune. Der Bau ist praktisch angelegt, aber keinesfalls 08/15. Die bewusst platzierten Asymmetrien im Spiel zwischen Glas und Mauerwerk machen das Gebäude außergewöhnlich.
Effizienz ist auch in Bezug auf Energie ein gutes Stichwort.
Richtig. Neben den schönen Dingen sollte der Neubau natürlich auch den neuesten Qualitäts- und Energiestandards entsprechen. Da kommt die Bauunternehmung GAUER ins Spiel. Wir haben GAUER in eine echte Challenge geschickt: Eigentlich war alles schon mit den Effizienzstandards nach KFW 55 EE geplant. Aber dann kam die KFW 40 mit noch besseren Standards. Die wollten wir haben. GAUER war sehr flexibel und machte das möglich. Es mussten ja das ganze Konzept und die Baumaterialien kurzfristig angepasst werden. Und da die EEG 40 Norm ganz neu rauskam, lagen nur wenige Informationen vor, sodass auch GAUER einiges recherchieren musste.
Warum haben Sie als Generalunternehmen die Bauunternehmung GAUER beauftragt?
GAUER ist in der Region sehr bekannt. Wir Öhringer können stolz sein, dass wir mit GAUER einen der letzten Hochbauer in der Region ansässig haben. Sie genießen einen sehr guten Ruf und sind langjährig am Markt.
Ich persönlich schätze Jörg Obermüller, den GAUER Geschäftsführer. Er ist ein Hands-on-Bauingenieur, der loslegt. Er hat über Jahre gezeigt, dass er absolut zuverlässig ist. Die Projekte werden allseits sehr gelobt. Die Referenzen haben überzeugt.
Es hat sich gelohnt, mit GAUER als Generalunternehmer vor Ort zu bauen. Insbesondere mit Christoph Winter als Bauleiter hatten wir eine super Betreuung. Bei ihm merkt man, dass er ein gelernter Architekt ist.
Geht nicht, gibt es bei GAUER nicht. Christoph Winter und ich trafen uns wöchentlich, zeitweilig täglich, um neue Vorschläge zu diskutieren. Als Bauherr sieht man immer wieder neue Dinge, die einem gefallen und die noch geändert werden sollen. GAUER hat mich dabei sehr gut beraten und einfach und unkompliziert auf Änderungen und Wünsche reagiert.
Inwiefern schlugen Corona sowie der Ukraine-Krieg hinsichtlich Personal-, Material, Lieferengpässen und Preissteigerungen quer? Ganz schön viele Risiken, oder?
Erst mal großes Lob an die GAUER Mitarbeitenden. Trotz Corona wurde der Zeitplan sauber eingehalten. Gerne erwähne ich hier auch Marc Zimmer, den Rohbauleiter. Die Arbeit war top. Alles solide, routiniert, sehr professionell – da ist keiner aus der Ruhe gekommen. Das hat mir sehr gefallen.
Unser Vorteil war, dass wir Preisstabilität durch unsere längerfristige Planung hatten. Die meisten Materialien waren bereits bestellt. Weil wir alles detailliert in vielen Planungsrunden mit Architekt und Bauunternehmung geplant hatten, blieben wir von größeren Engpässen oder Preissteigerungen verschont.
Zudem mussten wir uns ja nicht mit Einzelbeauftragungen von Handwerkern und Dienstleistern beschäftigen. Das hat alles unser Bauleiter übernommen. Wir profitierten von der Expertise und den Preisen des Lieferantenpools der GAUER. Den Schlüsselfertigbau mit Festpreis zu beauftragen, war ein großer Vorteil für uns.
Man muss dazu sagen, dass das Teamwork zwischen mir und Bauleiter Winter sehr gut funktionierte. Entscheidungen konnten sofort getroffen werden. Das verhinderte zeitliche Verluste.
Kommen wir nochmals zur Energieeffizienz zurück und zu nachhaltigen Aspekten. Wovon profitieren Sie heute?
Wir profitieren von niedrigen Energiekosten. Wir haben eine PV-Anlage, mit der wir unseren Energiebedarf zu großen Teilen decken können – auch beim Laden unseres E-Fuhrparks. Unsere intelligente Haustechnik steuert Lüftung, Klimaanlagen, Beleuchtung innen und außen, Bewässerungssysteme smart und sorgt für niedrige Verbräuche. Per App kann ich das jederzeit einsehen und wenn ich will auch steuern.
Wir profitieren aber auch in anderer Hinsicht. Unsere Mitarbeitenden, die wir in der Austraße noch ins Homeoffice schicken mussten, weil wir keinen Platz mehr hatten, kommen heute wieder gerne ins Büro und genießen die Vorteile des Neubaus. Wir haben uns von 550 m² Bürofläche auf das Dreifache gesteigert. Das lässt nun auch wieder Neueinstellungen zu.
Die neuen Räumlichkeiten optimieren auch die Beratungssituation mit unseren Mandanten. Unsere modernen, technisch top ausgestatteten Beratungsräume bieten alle Optionen: analog, virtuell, hybrid.
Erstmalig hatten wir eine Mandantenveranstaltung mit über 70 Personen im eigenen Haus. Die Feedbacks der Teilnehmer waren durchweg positiv. Unser großer Eventraum ist im obersten Stockwerk mit toller Dachterrasse und Blick über Hohenlohe und das Heilbronner Land. Nachts ein tolles Lichterspiel. Wir können nun Veranstaltungen und Seminare in professioneller Wohlfühlatmosphäre bieten.
Wir profitieren, wenn sich unsere Mitarbeitenden und Mandanten wohlfühlen.
Würden Sie wieder bauen?
Als Partner in einer Steuerberatungsgesellschaft quasi nebenher einen Bau zu managen, ist eine echte Herausforderung. Da brauchst du Nerven. Aber mit den richtigen Partnern, und die hatte ich, immer wieder gerne.
Mir hat das großen Spaß gemacht, und ich fühle mich heute im Neubau sehr wohl. Das macht mich auch ein wenig stolz.